Mittwoch, 28. Oktober 2009
Wie religiös bist du?

Diese Frage beantwortet die Bertelsmann Stiftung mit einer umfangreichen Umfrage, dem Religionsmonitor.

In der ca. 20minütigen Umfrage beantwortet man Fragen zum eigenen Glauben, schätzt ein, wie religiös man ist und auf welche Lebensbereiche sich die eigene Religion/der eigene Glaube am stärksten auswirkt. An dieser Stelle hätte mich u.a. interessiert, wie katholische Christen die Wichtigkeit ihrer Religion in Bezug auf Sexualität einschätzen, diese Zahl war aber leider nicht herauszufinden.

Stattdessen erhält man am Ende des Fragebogens eine persönliche Auswertung in Relation zum Durchschnitt der teilnehmenden Bundesbürger, was leider eher nichtssagend ist.

Wozu das Ganze gut ist (vor allem bei meiner Meinung nach teils sehr platten Fragen)? Keine Ahnung. Auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass ich teilweise über- und teilweise unterdurchschnittlich religiös bin.

Great.

Hier kann man selbst mitmachen.

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Sonntag, 25. Oktober 2009
Herbstzeit

Everybody knows this time
Shadows are drifting in silence
Where lost can't be found
Everybody knows this time

Beth Gibbons and Rustin Man Sand River











Damit und mit der passenden Begleitung überlebt man jede Herbstdepression.

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Sonntag, 25. Oktober 2009
Männer, die Frauen hassen: Stieg Larssons Verblendung im Kino

tontraegerhoerer ist etwas spät dran, bespricht aber nun doch noch Verblendung, die Verfilmung von Stieg Larssons Erfolgsroman.

Mit Verfilmungen berühmter und vor allem beliebter Bücher kann man eigentlich nur scheitern. (Die Herr der Ringe-Trilogie ist visuell unglaublich brillant, erzählerisch mitreißend und damit eine der großen Ausnahmen, doch ich habe Peter Jackson nie verziehen, auf die Figur Tom Bombadil zu verzichten.) Und jetzt also Stieg Larssons Trilogie um den idealistischen Mikael Blomkvist (Michael Nykvist) und seine pragmatische Mit- und manchmal Gegenspielerin Lisbeth Salander (Noomi Rapace).

© filmpalast.net

Regisseur Niels Arden Oplev konzentriert die Geschichte auf ihren ursprünglichen Titel und Stieg Larssons eigentliches Thema, Män som hatar kvinnor, was soviel bedeutet wie „Männer, die Frauen hassen“: Eine ohren- und augenbetäubende Vergewaltigungsszene, Allmachstphantasien ausübende Geistesgestörte, Gewalt in der Familie, Ritualmorde an Frauen, dagegen beinahe alltäglich wirkende Angriffe in einem einsamen Bahnhof, immer wieder konfrontiert uns Oplev mit der unvorstellbaren Grausamkeit von Männern, die keine Grenzen mehr kennen, und kreiert eine Stimmung durchgehender Übelkeit, bis man hinter jeder Berührung eines Mannes sofort einen erneuten Übergriff argwöhnt.

Doch leider wird diese Atmosphäre in Verblendung übertrieben verstärkt, die genretypische, düstere Ausleuchtung wirkt aufgesetzt und die oft unscharfen Bilder verlieren mit fortschreitender Zeit den Reiz des Realismus und stören eher. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass der Film eher fürs Fernsehen, in dem solche Stilmittel nicht so schnell überstrapaziert erscheinen, denn für die Kinoleinwand gedreht wurde.

Oplev hätte sich viel stärker auf die Fähigkeiten seiner Darsteller verlassen sollen, wie in der besten Szene des Films: Blomkvist und Salander begegnen sich das erste Mal in Lisbeths Wohnung, in der Mikael sie mehr oder weniger überrumpelt, und in wenigen Sätzen in der chaotischen Küche entwickelt sich aus Mikaels verzweifelt-aggressiven Fragen und Lisbeths einsilbig-gezischten Antworten eine slapstickartige Charakterisierung.

Überhaupt erweist sich die Besetzung Lisbeth Salanders als größter Coup des Films, denn Noomi Rapace verleiht der Figur eine wütende Zerbrechlichkeit, die sie realistischer als ihre Romanvorlage – die oftmals übermenschlich zu sein scheint - wirken lässt.

Sollten die Nachfolgerfilme eine ähnliche Qualitätssteigerung wie die Romanteile zwei und drei durchmachen, darf man sich jetzt schon freuen und sollte allein deshalb Verblendung anschauen.

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Sonntag, 18. Oktober 2009
Die lange Nacht der Münchner Museen 2009

In der Nacht von Samstag auf Sonntag luden fast alle Münchner Museen und Sehenswürdigkeiten zur Nachtschicht ein.

Neben den bekannten und bedeutenden Institutionen wie den Pinakotheken oder dem Brandhorst öffneten vor allem auch kleinere Häuser ihre Pforten nach Einbruch der Dunkelheit, weshalb die Liste der Teilnehmerorte beeindruckend vielseitig ausfiel: Von den Museen für Geologie und Paläontologie über die Volkssternwarte, den Botanischen Garten, BMW, Kirchen bis zu verschiedenen Galerien.

Doch die Kürze des Programmheftes mit allzu knappen und oftmals unkonkreten Informationen zu den einzelnen Stationen sowie die unübersichtliche Fülle von Angeboten schränkten den Genuss der Nacht deutlich ein, deshalb ein paar Tipps für die Nacht der Museen 2010:
  • Ziele aussuchen, die man sich sonst nicht anschauen würde.

    Es bringt nichts, sich in der Nacht der Museen die Pinakothek der Moderne (zu große Unruhe) oder das Brandhorst (viel zu langes Anstehen in der Kälte) anzusehen. Viel sinnvoller ist ein Ausflug in vermeintlich langweilige oder uninteressante Museen, um sich überraschen zu lassen. Im Museum für Geologie konnte man z.B. an einer Weinprobe teilnehmen um Unterschiede im Geschmack von Riesling-Weinen herauszufinden, die auf unterschiedlichen Bodentypen gewachsen sind.

Paläontologisches Museum

  • Nur in der Museumsnacht stattfindende Präsentationen besuchen.

    Das hat zum einen den Vorteil, dass man einem einmaligen Ereignis beiwohnt, und zum anderen sind solche Veranstaltungen bei weitem nicht so überbesucht wie die berühmten Sehenswürdigkeiten.
Lichtinstallation in der St.-Pauls-Kirche

  • Nicht zu viel planen.

    Natürlich sollte man sich eine ungefähre Route überlegen, doch oft ist es viel interessanter, sich für einige Zeit treiben zu lassen und mitzunehmen, was auch immer einem begegnet.

  • Warm anziehen.


Mein persönliches Highlight dieses Jahr: Das Hotel Mariandl, in dem sich 14 Künstlerinnen und Künstler auslassen durften. Außergewöhnlich.





Nicht so groß und vielseitig, und auch erst wieder im nächsten Jahr, dafür gemütlicher und besser organisiert:

Die Mainzer Museumsnacht

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Dienstag, 13. Oktober 2009
Das bürgerliche Lager

tontraegerhoerer stellt Dr. Peter Ramsauer eine Frage und ist nach der Antwort weniger klug als zuvor.

Ein Begriff, der mich schon im Wahlkampf und nun immer noch stört, ist der des „bürgerlichen Lagers“. Mittlerweile haben die meisten Zeitungen zum Glück aufgehört, den Begriff ohne Hinterfragung zu verwenden, was die sog. bürgerlichen Parteien natürlich nicht davon abhält, ihn bei jeder nur möglichen Gelegenheit weiterhin fallen zu lassen.

Mir stellten sich dabei folgende Fragen, die ich dann auch gleich an einen Fachmann über abgeordnetenwatch.de weiterreichte: Dr. Peter Ramsauer, MdB, CSU.



Sehr geehrter Herr Dr. Ramsauer!

Ich habe soeben Ihre Pressekonferenz zur Bewertung der Wahlergebnisse durch die CSU verfolgt und bin dabei über einen Begriff, der sich auch hier in Antworten von Ihnen wiederfindet, gestolpert.

Sie sprechen von einer nun "bürgerlichen Koalition" aus CDU/CSU und FDP sowie von einem "bürgerlichen Lager". Diese Begrifflichkeit ist ja schon unreflektiert von diversen Medienvertretern übernommen worden und mich interessiert nun, ob Mitglieder und Wähler anderer Parteien in Ihren Augen damit nicht bürgerlich sind.

Wenn die Wähler des "bürgerlichen Lagers" also Bürger sind, was ist dann mit allen anderen Wählern? Und wie sind dann alle anderen Parteien zu bezeichnen? Nicht-bürgerlich? Empfinden Sie diesen Begriff nicht als ausgrenzend und unser Land teilend?

Mit freundlichen Grüßen




Herr Dr. Ramsauer ließ sich auch nicht lange bitten und antwortete sehr zügig:

Vorne links: Dr. Peter Ramsauer. © Michael Panse

Selbstverständlich gilt und muss von allen zur Geltung gebracht werden: alle Bürgerinnen und Bürger Deutschlands sind in ihren Bürgerrechten gleich. Schon deshalb hat der Begriff "bürgerlich" nichts ausgrenzendes. Er teilt die Menschen in unserem Land nicht, er führt sie zusammen.

Genauso selbstverständlich aber machen nicht alle Parteien eine "bürgerliche" Politik: Der Freiheit die Gleichheit überzuordnen, ohne Rücksicht auf unterschiedliche Begabungen alle in die gleiche Schullaufbahn zu zwingen, gewachsene Sicherungssysteme einer Einheitsversicherung zu opfern, für einen ausufernden Staat immer höhere Steuern zu fordern - all dies ist nicht bürgerlich. Der Begriff "bürgerlich" ist deshalb geeignet, grundlegende politische Unterschiede deutlich zu machen.

Sicher gibt es bürgerlich denkende Menschen auch unter den Anhängern von Grünen und SPD, vielleicht sogar unter den Wählerinnen und Wählern der Linken. Sie alle laden wir ein - und auch das drückt der Begriff "bürgerlich" aus - zu prüfen, ob sie sich künftig nicht besser von uns vertreten fühlen als von den Parteien, für die sie sich bisher entschieden haben.

Mit freundlichen Grüßen

gez.

Dr. Peter Ramsauer



Nun, der Begriff „bürgerliches Lager“ führt die Menschen also zusammen. Wenn sie CDU/CSU oder FDP wählen. Habe ich das richtig verstanden? Ich muss zugeben, ich bin fast noch verwirrter als zuvor.
Falls sich jemand darauf einen Reim machen kann, ich bin für jede Hilfe dankbar.

Hier geht’s zur Frage und zur Antwort bei abgeordnetenwatch.de

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Freitag, 9. Oktober 2009
Einmal rund um Mainz

Nachdem ich schon seit einiger Zeit einmal mit dem Rad Mainz umrunden wollte, habe ich mich heute mit meiner Dreigang-Gazelle aufgemacht und 66 km und sechs Stunden später ein paar Fotos mitgebracht.

Klick für eine größere Version

„Wie Gott in Frankreich“ – warum man das so sagt, weiß ich nicht. Aber spätestens seit heute ist mir klar, dass es nur am hier vorherrschenden Akzent liegen kann, dass es nicht „wie Gott in Rheinhessen“ heißt.
Wenn man von einer kurzen Durchfahrt des Gewerbegebiets im Mainzer Norden einmal absieht, präsentiert sich die Landschaft sehr unterschiedlich und immer wieder postkartenmotivartig.

Weite Blicke über grüne Wiesen wechseln sich ab…


…mit den großen, alten Bäumen am Rhein (zwischen die sich unauffällig gelb schon der Herbst gestohlen hat).


Plötzlich bauen sich vor einem Weinberge auf…


…an deren Fuß sich zahllose Höfe und Weingüter breit gemacht haben.


Nach so viel Abwechslung ist eine Pause bitter nötig, auch wenn ein paar Stunden Radtour ihre Spuren hinterlassen haben…


Zwischendurch denkt man kurz, man sei an der Nordsee, wenn sich kilometerlang ein Deich zur Begleitung anschickt…


…und es dann auch noch Schafe gibt.


Nur manchmal wird der Blick ein wenig verstellt…


…doch wenige Minuten später hat man schon wieder nur den Himmel über sich.


Und wenn man so viel Glück mit dem Wetter hat, dann leiten einen sogar die Wolkenbögen nach Hause…


…in die Pedale treten muss man leider trotzdem selbst.


Und falls jemand den Wahnsinn nachmachen wollen sollte…

© Landkreis Mainz-Bingen

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Mittwoch, 7. Oktober 2009
Yes!

Endlich wieder da, aber leider nur für kurze Zeit: Das Yes-Törtchen!



Eigentlich bin ich ja kein Freund der Schleich- oder Direktwerbung, aber...






...wer kann bei diesem Anblick schon widerstehen?



Ich nicht.

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