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Sonntag, 22. Mai 2011
American Gigolo
tontraegerhoerer, 11:34h
Ein Film für Sonntage ist definitiv Paul Schraders American Gigolo mit dem jungen Richard Gere.
Bereits der Auftakt des Films, unterlegt von Blondies Call Me, beschränkt sich scheinbar allein auf Oberflächlichkeiten: Geres Mercedes, Anzüge und die wunderschönen Häuser seiner Kundinnen erwecken auf den ersten Blick nichts anderes als Erinnerungen an ein vergangenes Jahrzehnt. Doch - ebenso wie in der zweiten Sequenz - das Zusammenspiel von Musik und Bild erweitert die Lesart des Films um ein Vielfaches und macht American Gigolo so zu einem Klassiker der Filmgeschichte.
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Mittwoch, 18. Mai 2011
Anna Calvi - Desire
tontraegerhoerer, 17:45h
Wer Anna Calvi bislang verpasst hat, sollte spätestens jetzt zugreifen. Die grandiose Performance bei Arte TV lässt die Hoffnung wachsen, eine der großen Stimmen des 21. Jahrhunderts in ihren Anfängen zu hören.
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Dienstag, 17. Mai 2011
Musik für den Mai
tontraegerhoerer, 17:08h
Bekanntlich macht der Mai ja alles neu, doch in diesem Fall hat er auch Älteres mitgebracht. Musiktipps mit Bill Callahan, Franz Ferdinand, Nina Nastasia und Fleetwood Mac.
Vor fast zwei Jahren entstand tontraegerhoerer, und der erste Beitrag pries damals das neueste Bill Callahan-Album an. Auch wenn das Versprechen, Callahans frühere Alben auch noch zu besprechen, nicht gehalten wurde, lässt sich dies nun als belanglos abhaken. Denn eins kann man mit Apocalypse nun wohl endgültig festhalten: Seit Callahan seine Musik unter eigenem Namen und nicht mehr unter dem Pseudonym Smog veröffentlicht, wird sie immer besser.
Bestes Beispiel ist direkt der Opener. Drover beginnt mit spröder Stimme und Gitarre, bevor Schicht um Schicht an den Song herangetragen werden und ihn langsam in Höhen schrauben, die man bei den ersten Worten nie vermutet hätte. Und das ist wohl das Überraschende an Callahans letzten beiden Alben, ein begabter Texter war der Amerikaner schon immer, doch seine Entwicklung vom LoFi-Schrammler zum aufmerksamen Komponisten war so nicht vorherzusehen.
Mit einer Cover-EP haben sich Franz Ferdinand zurückgemeldet, obwohl sie nur an einem Track selbst beteiligt sind. Zusammen mit Debbie Harry - ja, ganz genau, der Blondie-Frontfrau - haben sie erneut Live Alone vom letzten Album Tonight: Franz Ferdinand eingespielt. Herausgekommen ist dabei nichts Überraschendes, was bei diesen Namen allerdings nicht unbedingt als Schwäche angesehen werden muss.
Den gleichen Song covern auf der EP übrigens auch LCD Soundsystem, und das selbstverständlich auf die Zwölf.
Ganz ruhig und unprätentios ist dagegen Nina Nastasias Cry, Cry, Baby sowie das dazugehörige Video. Songs aus dem Wohnzimmer, daran könnte ich mich gewöhnen.
Und zum Schluss fällt tontraegerhoerer völlig aus dem Rahmen und lädt euch ein, sich mit ihm an einem Klassiker zu erfreuen: Fleetwood Macs Never Going Back Again ist ein leiser Hit mit einem Gitarrenlauf, der sich schneller einprägt als man gucken kann. Nur echt auf Vinyl.
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Freitag, 22. April 2011
Radiohead bedanken sich
tontraegerhoerer, 13:45h
Radiohead beweisen wieder einmal, dass sie die neuen Möglichkeiten zur Veröffentlichung im Internet beherrschen.
Anfang der Woche erhielten alle Besteller des Radiohead-Albums The King of Limbs eine Danksagungsmail, die eine hübsche Überraschung enthielt: Die neuen Songs Supercollider und The Butcher zum kostenlosen Download, mit dem freundlichen Hinweis:
"This is not part of a new loyalty points scheme, a Radiohead clubcard or even an air miles redeemable reward type thing...
It is just a big old-fashioned thank you!"
So hält man seine Hörer bei Laune bis zur Erscheinung der Deluxe-Variante des Albums...
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Montag, 4. April 2011
Warpaint Undertow
tontraegerhoerer, 11:59h
Diese wunderbare Band wäre fast an mir vorüber gegangen, zum Glück fiel mir die CD dann aber doch noch in die Hände. Dieses Video zeigt, warum man das wunderbare Album The Fool auf keinen Fall verpassen sollte.
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Freitag, 11. März 2011
Radiohead - The King of Limbs
tontraegerhoerer, 12:37h
Mit ihrem achten Studioalbum kehrten Radiohead Mitte Februar überraschend zurück, und da Radiohead-Platten sich nicht für Schnellschüsse eignen, gibt es erst jetzt tontraegerhoerers Kritik.
Don’t blow your mind with why. Den entscheidenden Tipp gibt Thom Yorke direkt zu Beginn des neuen Albums. Spätestens nach dem Überraschungs-Coup In Rainbows mit seiner einzigartigen Publikationsweise sollte die Frage nach dem Warum der plötzlichen und rätselhaften Veröffentlichung von The King of Limbs nicht mehr relevant sein. Und auch auf die Musik selbst lässt sich diese Forderung übertragen: Wen interessiert denn noch, warum Radiohead sich für das ein oder eben andere Instrument entschieden haben? Wer will wissen, wieso es schon wieder keine Rückkehr zum „klassischen“ Gitarrenrock oder zur alten Wehleidigkeit gibt? Wesentlich ist doch, dass Radiohead auch auf dem achten Album immer noch Neues, Besseres aus dem Hut zaubern können und sich nicht auf die Ebene der Reminiszenz und Selbstzitation zurückziehen müssen (siehe u.a. Oasis nach Album Nr. 2 oder U2).
Thom Yorke ist ein Tänzer. Das kann man nicht nur am Video zur Single Lotus Flower beobachten, in der ein enthemmter Sänger den Vortänzer mimt.
Die gesamte, erste Hälfte des Albums zuckt, wabert und rüttelt so konstant und manchmal hektisch, als sollte sie den Herzschlag des Zuhörers schon ohne Bewegung erhöhen.
War auf dem letzten Album das Stakkato der Gitarrenläufe oft bestimmend, werden die Songs auf The King of Limbs größtenteils vom Schlagzeug oder Drum Computer dominiert. Das mag bei den ersten Durchläufen ermüdend und anstrengend klingen, die innere Logik erschließt sich jedoch schnell. Diese Welt ist eine getriebene, globale Entwicklungen haben ein atemberaubendes Tempo angenommen, dass Charlie Chaplins oder Sergej Eisensteins Visionen hastigen Großstadtlebens geradezu beschaulich wirken. Dieses Album ist schneller als eine Google-Suche.
Selbst in die an den Pyramid Song und andere Klavier-Fieberträume erinnernde Ballade Codex schlägt unerbittlich ein (Heart-)Beat, bis plötzliche der Wendepunkt kommt. Vögel zwitschern, der Rhythmus krepiert und Thom Yorke wimmert: Don’t hurt me. Nur ein sachtes Klopfen auf den Gitarrenkörper bleibt und Radiohead entschweben, lassen diese Welt hinter sich und mahnen doch zugleich Give up the Ghost. Hier, im Duett mit sich selbst, ist Yorke am besten. Hier finden Radiohead hinein in alles Technisierte, Beschleunigte und Kalte einen Augenblick der Wärme und – so wenig passend es auch scheinen mag – Idylle.
Dass Separator den Hörer zum Schluss aus dieser Klangwolke wieder herausholt, ist wohl genauso konsequent wie das ganze Album an sich. Radiohead haben es nach OK Computer und Kid A wieder getan und mit The King of Limbs den Kommentar zur Gegenwart geschaffen.
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Freitag, 11. Februar 2011
Das Licht aus, den Schalter um / Hier ist das Imperium! (2)
tontraegerhoerer, 11:07h
Nachdem Darth Vader letztes Mal beweisen durfte, dass er ein ausgezeichneter Golfspieler ist, muss er sich dieses Mal mit den Mühen eines Erziehungsberechtigten herumschlagen... Darth Vader ganz privat.
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