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Dienstag, 8. Februar 2011
Das Licht aus, den Schalter um / Hier ist das Imperium!
tontraegerhoerer, 23:34h
Anlässlich der Erstausstrahlung eines neuen Werbespots mit Everybody's Lieblingsschurken Darth Vader präsentiert tontraegerhoerer eine kleine, feine Auswahl des Bösen. Angsteinflößendes Röcheln, Teil 1.
In der Halbzeit des Superbowl präsentierte ein wohlbekannter Wolfsburger Autokonzern seinen neuen Werbespot. Hauptdarsteller ist ein kleiner Junge (oder ein kleines Mädchen? Ein Fall für die Gender-Fachkundigen!) im Darth Vader-Kostüm, der die Wege der Macht beschreiten will.
Dass Darth Vader als Figur und gedankliches Konzept überaus interessant ist - selbst nach den Verbrechen Star Wars Episode I-III - beweisen unzählige Seminararbeiten, Dissertationen und Hommagen. Nicht ganz so rührend wie der VW-Spot, dafür umso witziger: Darth Vader auf dem Golfplatz.
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Freitag, 4. Februar 2011
The Words That Maketh Murder
tontraegerhoerer, 11:45h
Schwärmte der tontraegerhoerer einen Beitrag tiefer noch von den großen Stimmen Adeles und Anna Calvis, kündigt sich hier gleich die nächste an.
PJ Harvey kehrt aus ihrem Dornröschenschlaf bzw. dem verpassenswerten 2007er Album White Chalk zurück und lässt - hoffentlich nicht nur - England erzittern. Wenn der Rest des neuen Werks Let England Shake ein ebenso hohes Unterhaltungsniveau wie die erste Single mit dem sinistren Titel The Words That Maketh Murder erreicht, darf man gespannt sein. Bis dahin empfiehlt sich die Betrachtung des Videos, einer interessanten Mischung aus charmantem - man beachte das alte, tanzende Paar - Promotionsvideo und Selbstdarstellung in Webcam-Ästhetik.
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Mittwoch, 26. Januar 2011
Neues für die Ohren
tontraegerhoerer, 10:50h
Das Jahr beginnt mit großen Frauenstimmen und noch größeren Songs.
Amy Winehouse ist immer noch eher an Alkohol als an neuer Musik interessiert, Duffy ist im Pop angekommen und Kate Nashs letztes Album ist im Rückblick auch eher halbgar. Das britische Fräuleinwunderwesen scheint zu erlahmen, deshalb kommt Adeles zweites Album 21 gerade recht. Und was für ein Kracher bitteschön ist der erste Song Rolling in the Deep? Mit wunderbar simplen Mitteln kreiert Adele einen nahezu perfekten Song, getrieben von soulgetränkten Backgroundsängerinnen.
Den Song hätte auch Aretha Franklin singen können, und damit ist das Problem des ganzen Albums beschrieben: Fast jeder Song lässt einen nach zehn Sekunden denken "Beyoncé! Alicia! Whitney! Tina! (Nein, nicht Aguilera, Turner!)". Das reicht nicht aus, um als eigenständige, profilierte Künstlerin dazustehen. Und selbst für ein gutes Album sind die restlichen Stücke nicht gut genug. Schade.
Ein wirklich gutes, erstes Album hat dagegen Anna Calvi vorgelegt. Nicht darauf zu finden ist das grandiose Frankie Laine-Cover Jezebel, das schon Edith Piaf zum Besten gab. Und Anna Calvi macht keine Gefangenen, mit ihrer dunklen, kraftvollen Stimme muss sie keine Piaf-Vergleiche scheuen.
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Mittwoch, 19. Januar 2011
Original und anders: Feist
tontraegerhoerer, 23:26h
Ein Song - zwei großartige Interpretationen: The Limit to Your Love
Leslie Feists Song vom letzte Album The Reminder beginnt vermeintlich harmlos, ein paar dahingehauchte Songzeilen, eine harmonische Gitarrenlinie. Nur die flirrenden Streicher im Hintergrund bauen eine Spannung auf, die sich dann im hervorstechendsten Merkmal des Stückes auflöst: Die grandiose Klavierakkord-Folge, die, so limitiert sie auch sein mag, dem eigentlich sehr ruhigen Song einen immensen Drive verleiht.
James Blake hat sich bei seiner Coverversion gegen das Herauszögern entschieden und schleudert dem Hörer die Akkorde direkt entgegen, kehrt im Grunde die Energie des Stückes um. Während Feist scheinbar belanglos beginnt, um den Song dann plötzlich in unvorhersehbare Dimensionen zu heben, nimmt Blake im Laufe des Tracks die Dringlichkeit immer wieder heraus, nur um mit voller Wucht neu zu beginnen.
Und auch Original und anders:
Cyndi Lauper
Björk
Cee-Lo Greens Fuck you
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Montag, 17. Januar 2011
Mädchenmusik
tontraegerhoerer, 19:41h
tontraegerhoerer fühlt sich ein bisschen ertappt, bezichtigte doch auch er die Band Anajo, nur Mädchenmusik zu produzieren.
Das nennt man dann wohl eine gelungene Pointe:
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Dienstag, 11. Januar 2011
Das bittere Sein
tontraegerhoerer, 22:47h
Kurz vor den Oscar-Nominierungen erreichen auch Deutschland endlich wieder mehr vielversprechende Filme. Neben dem - mittlerweile wieder zum Glück - unvermeidlichen Woody Allen legt auch Sofia Coppoloa vier Jahre nach Marie Antoinette nach.
Vater und Tochter am Poolrand, beide blicken durch dunkle Sonnenbrillen nach oben, Richtung Himmel. Ein intimer, langer Augenblick der Zweisamkeit, bis die Kamera langsam zurückfährt und sie wieder in die unprivate Atmosphäre eines Hotelschwimmbeckens einordnet.
Der Gegenschuss zu ihrer Blickrichtun, der tatsächlich idyllische, blaue Himmel hinter Palmen über Hollywood, fällt dagegen viel kürzer aus, so wie jede romantisch verklärte Vorstellung, die man vom Leben eines Stars hatte.

Sofia Coppola seziert in Somewhere mit behutsamer Ruhe und Distanz das Leben des Schauspielers Johnny Marco (Stephen Dorff). Seine unzähligen Liebschaften, die hilflose Beziehung zu seiner Tochter (Elle Fanning) und vor allem das unerträgliche Nichts - nichts müssen, nichts können, nichts wollen - sind die einzigen Dinge, die Marco auszumachen scheinen. Dass er dennoch nicht unsympathisch wirkt, liegt am überragenden Spiel Dorffs und Coppolas lang aufrecht erhaltener Objektivität. Sie beobachtet Marcos Verhalten, richtet aber nicht darüber. So entfaltet sich sein Leben vollends im Kopf des Zuschauers und man verzeiht dem Film nur zu gern, dass alle vermeintlich spannenden Situationen links liegen gelassen wurden. Einziger Wermutstropfen: Die versuchte, moralische Auflösung in der letzten Szene, die es wirklich nicht gebraucht hätte.
Dass ein Woody Allen-Film nicht annähernd so ruhig sein könnte, versteht sich von selbst. Nachdem der Altmeister bereits mit Vicky Christina Barcelona auftrumpfen konnte, gelingt auch You will meet a tall dark stranger - selten dämlich mit Ich sehe den Mann deiner Träume übersetzt - mehr als (Allen-)durchschnittlich.

Es geht natürlich um Großstädter, ihre wechselnden Beziehungen, Enttäuschungen und die allgemeinen Schwierigkeiten des Lebens. Besonders hervorzuheben sind Gemma Jones als verlassene Rentnerin, die sich durch Alkohol und eine Wahrsagerin stabilisiert, und Naomi Watts, die ihre Tochter spielt und in einer grandiosen Szene ihre Mutter in übelster Weise beschimpfen darf. Auch Antonio Banderas spielt in You will meet a tall dark stranger mit und beweist wie in fast jedem seiner Filme, dass gutes Aussehen nicht vor verblüffender Schauspielkunst schützt.
Freida Pinto (Slumdog Millionaire) bleibt dagegen ziemlich blass und steif als verführerische Nachbarin und Anthony Hopkins genießt seine Rolle als Senior im Jugendwahn leider nicht so, wie man es sich erhoffen konnte. Dennoch ist Woody Allens mittlerweile 40. Kinofilm äußerst kurzweilig und demonstriert, wieso Allen als bester Dialogregisseur überhaupt gilt.
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Montag, 10. Januar 2011
Frohes neues Jahr...
tontraegerhoerer, 22:43h
...wünscht tontraegerhoerer mit einem grandiosen Ausblick auf das neue Lykke Li-Album (ab März bei uns).
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