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Mittwoch, 17. März 2010
Bitte nicht unser Video für Oslo!
tontraegerhoerer, 17:35h
Unser Star für Oslo-Siegerin Lena Meyer-Landrut hat wenige Tage nach ihrem Finalerfolg nicht nur ihre erste Single veröffentlicht, sondern gleichzeitig in einer großen Medien-offensive ihr Musikvideo zum Eurovision Song Contest-Beitrag Satellite präsentiert. Leider.
Die letzten Wochen waren – nicht nur rückblickend betrachtet – ein Triumphzug für Lena Meyer-Landrut und somit auch Stefan Raab. In euphorischen und teilnahmsvollen Besprechungen begleitete die deutsche Fernsehkritik die 18jährige von Auftritt zu Auftritt und nicht weniger angetan waren die Zuschauer. Selten konnten sich Publikum und Fernsehbusiness so leicht und eindeutig auf eine Person einigen wie das Mediennaturtalent Lena.
Nur wenige Tage nach dem Finale muss man nun leider feststellen, dass die an ihren Sieg geknüpften Hoffnungen auf zukünftige Innovationen im Musik- und TV-Geschäft – gerade was den Casting-Sektor angeht – leicht getrübt werden.
Natürlich ist es sinnvoll, den Siegersong so schnell wie möglich auf den Markt zu werfen. Schließlich ist Unser Star für Oslo kein Sozialprojekt und auch hier wollen die Kosten gedeckt bzw. Gewinne abgeschöpft werden. Dass das jedoch in einem nicht nur übereilten, sondern katastrophal misslungenen Design von Single und Video endet, ist bedauerlich.

Man kann nur darauf vertrauen, dass Raab und Meyer-Landrut für den Contest in Oslo selbst Ideen entwickeln, die zumindest einen Hauch von Kreativität und Innovation beinhalten. Das unsägliche Video hat man bis dahin hoffentlich vergessen.
Wer es sich dennoch antun will:
Nachtrag: Nach mehrmaligem Hören der Single bedauert tontraeger-hoerer die Entscheidung des Publikums für Satellite übrigens immer mehr. Das brave, aber nette Bee ist wesentlich eingänger und die – wie jetzt eröffnet wurde – gemeinsame Raab/Meyer-Landrut Komposition Love me hätte mit einer breiteren Instrumentierung vielleicht doch die größten Chancen.
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Montag, 15. März 2010
Coolste Sau des Jahres
tontraegerhoerer, 11:40h
Das Musikvideo wird - wie das Album - öfter für tot erklärt. Zum Glück gibt es die Gorillaz und ihr neues Video, feat. die coolste Sau des Jahres. Nicht totzukriegen!
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Montag, 8. März 2010
Darling of the year
tontraegerhoerer, 19:13h
...ist Joanna Newsom. Warum? Video gucken!
Mindestens so faszinierend wie Joannas Gesichtsakrobatik beim Singen ist die Background-"Band". Das nenn' ich Minimalismus.
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Freitag, 5. März 2010
Nachtrag
tontraegerhoerer, 19:28h
Darf es noch ein bisschen Nachschlag zur Hartz IV-Debatte sein?
Die Bundesagentur für Arbeit hat eine sehr interessante Statistik zur Missbrauchsquote bei Hartz IV-Empfängern veröffentlich. Bei unglaublichen 1,9% liegt die Sozialmissbrauchsquote in Deutschland, das entspricht einem geschätzten Schaden von noch unglaublicheren 72 Millionen Euro pro Jahr.
Experten schätzen, dass durch Steuerhinterziehung dem Staat jährlich 100 Milliarden Euro entgehen.

Da könnte man sich doch fragen, wieso der geschätzte FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle die Diskussion der Hartz IV-Problematik für so essenziell hält, sich aber gleichzeitig in die Steuerdebatte, die ja sogar sein Amt als Außenminister (Steurerflucht!) berührt, nicht einschaltet. Man könnte sich das fragen, doch die Antwort ist eh klar, nicht wahr?
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Sonntag, 21. Februar 2010
Gelesen und unterstrichen: Heribert Prantl und Hartz IV
tontraegerhoerer, 11:38h
Seit einigen Tagen überlegt tontraegerhoerer, sich in die vom FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle angestoßene, unsägliche Debatte über unseren Sozialstaat einzuschalten. Doch nach der Lektüre eines Plädoyers des SZ-Autoren Heribert Prantl ist nur noch ein Zitat nötig.
"Es ist nämlich so: Das Leben beginnt ungerecht und es endet ungerecht, und dazwischen ist es nicht viel besser. Der eine wird mit dem silbernen Löffel im Mund geboren, der andere in der Gosse. Der eine zieht bei der Lotterie der Natur das große Los, der andere zieht die Niete. Der eine erbt Talent und Durchsetzungskraft, der andere Krankheit und Antriebsschwäche. (...)
Bei der einen folgt einer behüteten Kindheit eine erfolgreiche Karriere. Den anderen führt sein Weg aus dem Ghetto direkt ins Gefängnis. Der eine wächst mit Büchern auf, der andere mit Drogen. Der eine kommt in eine Schule, die ihn starkmacht, der andere in eine, die ihn kaputtmacht. Der eine ist gescheit, aber es fördert ihn keiner. Der andere ist doof, aber man trichtert ihm das Wissen ein. (…)
Das Schicksal teilt ungerecht aus; und es gleicht die Ungerech-tigkeiten nicht immer aus. Hier hat der Sozialstaat seine Aufgabe. Er sorgt dafür, dass der Mensch reale, nicht nur formale Chancen hat. (…) Der Sozialstaat ist also, mit Maß und Ziel, Schicksalskorrektor.“ (Heribert Prantl: Korrektur des Schicksals. In: Süddeutsche Zeitung, 20./21. Februar 2010)
Guido Westerwelle hat natürlich Recht, wenn er den Sozialstaat als fehlerbehaftet betrachtet. Und natürlich ist der Abstand zwischen den niedrigsten Löhnen und Hartz IV zu gering. Doch liegt das eben nicht daran, dass die Sozialbeiträge zu hoch sind. Vielmehr ist das Lohnniveau in einigen Branchen menschenunwürdig. Statt über Senkungen der Sozialleistungen nachzudenken, sollte die Regierung Druck auf einige Tarifverbände ausüben um das Lohnniveau im Niedriglohnsektor so anzuheben, dass der gewünschte Abstand zum Einkommen von Arbeitslosen entsteht. Oder einfach gleich einen Mindestlohn einführen, auch wenn Pest und Cholera für CDU/CSU und FDP wünschenswerter zu sein scheinen.
Zum Schluss seines Artikels zitiert Prantl die Präambel der Schweizer Verfassung: „Die Stärke eines Volkes misst sich am Wohl der Schwachen.“ Hoffentlich bemisst niemand unser Volk an dieser Formel.
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Sonntag, 14. Februar 2010
Lieblingsserien (1): Twin Peaks
tontraegerhoerer, 12:59h
Das spannendere Kino findet momentan im Fernsehen statt, genauer in Fernsehserien. Na gut, vielleicht nicht gerade im deutschen Fernsehen. Aber wenn man einen Blick auf das amerikanische TV-Programm wirft, fällt eine enorme Quote von klugen, interessanten und stilbildenden Serien auf. Mit den immer neuen Formaten Schritt zu halten ist unmöglich geworden. Deshalb ist es an der Zeit inne zu halten, zu sortieren und sich die eigenen Favoriten ins Gedächtnis zu rufen: tontraegerhoerers Lieblingsserien starten mit der Mutter des Quality-TV - Twin Peaks.

Twin Peaks beginnt mit einer ruhigen, traumartigen Sequenz. Ein alter, kauziger Mann geht im grauen Tageslicht am Ufer eines Sees entlang, eine Angelrute in der Hand und vor sich hin brummelnd. Wenn man als Zuschauer ein aufmerksames Auge hat – und das braucht man in dieser Serie immer wieder – fällt einem bereits am rechten Bildrand, genau auf der Höhe von Petes Angelspitze, ein weißer Fleck auf. Fünf Minuten später dreht der Sheriff von Twin Peaks den weißen Fleck – einen in Plastikplane gehüllten Körper – um und die Handlung der Serie hat begonnen: „Oh God, it’s Laura“.
Es ist das Bild der 17jährigen Laura Palmer, umgeben von Plastik, anmutig blass und mit sanft glitzerndem Haar, das sich ins Gedächtnis einbrennt und zur Ikone geworden ist. 1990 stellte sich ganz Amerika, und später der Rest der Welt die Frage „Who killed Laura Palmer?“

Aufgeworfen wurde diese Frage von den Schöpfern der Serie, Mark Frost und David Lynch, die das Fernsehen revolutionieren wollten und damit auch teilweise Erfolg hatten. Für Lynch war Twin Peaks kreatives Neuland, hatte er bis dahin doch fast nur Erfahrungen mit Kinofilmen, die Regisseure nicht nur mit mehr Geld, sondern vor allem mit mehr Einfluss ausstatten. Die Möglichkeit, eine Geschichte weit über die normale Spielfilmlänge hinaus zu erzählen, faszinierte Lynch jedoch so sehr, dass er sich auf das Abenteuer Fernsehen einließ.
Das Autorenduo machte sich an die Arbeit und erschuf einen einzigartigen Ort mit skurrilen Figuren: Twin Peaks. Der Zuschauer erlebt die kleine Stadt und all ihre Besonderheiten gemeinsam mit der Hauptfigur der Serie, FBI Special Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan). Der Ermittler wird eingeschaltet, im Mordfall Laura Palmer zu ermitteln und ist schnell gemeinsam mit Sheriff Harry S. Truman einem perfiden Serienmörder auf der Spur.
Die Handlung von Twin Peaks nachzuerzählen oder auch nur kurz wiederzugeben, ist nahezu unmöglich. Das liegt an der schier unglaublichen Anzahl von Handlungssträngen, die manche multiperspektivische Serie von heute blass aussehen lassen würde. Allein im Pilotfilm werden mehr als dreißig Figuren eingeführt, die im Rest der Serie weiterhin eine Rolle spielen. Dass man dennoch nicht den Überblick verliert und einem fast alle Figuren ans Herz wachsen, zeigt wie grandios die Story der Serie durchdacht ist.
Insbesondere die Figuren machen Twin Peaks zu einem unvergess-lichen Erlebnis: Special Agent Cooper mit seiner jungenhaften Faszination für Kaffee, Kuchen und das Urinieren im Freien, die Log Lady, die ständig einen Holzscheit im Arm trägt und mit ihm kommuniziert und die geheimnisumwobene tote Laura, die wie eine Ikone über dem ganzen Film schwebt, bescheren den Zuschauern Momente unfassbarer Schönheit und unglaublicher Spannung.

Neben der Mordermittlung entwickelt sich ein Netz aus Intrigen, Affären, Verbrechen und Geheimnissen. Die kleine Stadt im Nordwesten der USA an der Grenze zu Kanada sieht auf den ersten Blick idyllisch aus zwischen den uralten Wäldern, doch das täuscht gewaltig…
Und genauso täuscht man sich, wenn man eine Serie im bekannten Fernsehstil erwartet. Obwohl David Lynch nur sechs Episoden selbst inszeniert hat, ist Twin Peaks eine Serie im Kinoformat mit einer reichen, zu entschlüsselnden Bildsprache. Doch was sie so einzigartig macht, ist eine Atmosphäre, in der Normales und Absurdes stets nah beieinander sind, als gäbe es nichts Natürlicheres. Deshalb, immer daran denken:
The owls are not what they seem!

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Donnerstag, 11. Februar 2010
tontraegerhoerer, 17:15h
Goldfrapp sind wieder da und sie reiten auf einer Rocket und den 80ern. Und tontraegerhoerer, der heimliche 80er-Fan, reitet mit!
Klick!
Was sind das bitte für herrliche Final Countdown-Synthies? Ich habe das Gefühl, dass eine Menge Trash auf uns zukommt mit Goldfrapps neuem Album Head First (VÖ 19.03.). Grandios!
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Twin Bricks
tontraegerhoerer, 15:42h
to be continued...
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