Sonntag, 26. Juli 2009
Danke, Jochen!

Jochen Distelmeyer ist zurück! Endlich!



Wohin mit dem Hass?

Kennst du die Reichen und Mächtigen?
Lass ihre Wagen brennen.
Sie haben weder Respekt
noch Angst vor uns.
Also, wohin mit dem Hass?




Jochen Distelmeyers neues Album Heavy erscheint am 25.09., bald mehr dazu!

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Donnerstag, 23. Juli 2009
Familiengeschichten 1: Alias

Bevor J.J. Abrams mit der Serie Lost in die Liga der Hollywood-Großverdiener aufstieg, lieferte er bereits mit der von 2001 bis 2006 ausgestrahlten Serie Alias ein interessantes Stück Fernsehgeschichte ab.



Jennifer Garner spielt die junge Agentin Sydney Brystow, die bereits in der Pilotfolge nicht nur mit dem Tod ihres Verlobten zurechtkommen muss, sondern auch herausfindet, dass hinter dessen Ableben niemand anders steckt als ihre eigene Geheimdienstabteilung SD-6. Zu allem Überfluss entpuppt sich diese nicht als Unterorganisation der CIA, sondern als Teil eines Verbrecherkartells, in das auch ihr Vater Jack (Victor Garber in einer sehr minimalisti-schen Rolle, in der jede Gefühlsregung umso umwerfender wirkt) verwickelt zu sein scheint. Sydney stellt sich der richtigen CIA und wird prompt als Doppelagentin engagiert mit dem Ziel, das komplexe Kartell zu vernichten, eine Aufgabe, die sie nicht allein ausführen muss, da sich auch ihr Vater als Doppelagent für die CIA erweist.

So viel zur Ausgangssituation der Serie zu Beginn der ersten Staffel, womit auch schon das entscheidende Argument für die Qualität von Alias geliefert ist: Die Serie ist per se nicht zusammenfassbar. Der Plot vollzieht Finten am laufenden Band, doppelte Böden wechseln sich mit klugen Cliffhangern ab und J.J. Abrams vollbringt es, jede Staffel so zu beenden, dass alles vorher Gesehene in völlig neuem Licht erscheint.

Interessanterweise begnügt sich die Serie nicht mit ihren an Computerspiele erinnernden Agenten-Missionen, die entweder mit Gewalt oder Geschicklichkeit gelöst werden müssen. Alias ist nur auf den ersten Blick eine Actionserie, doch das die Hauptfigur umgebende Beziehungsgeflecht offenbart, dass Alias eine Familienserie im modernen Gewand ist. [Achtung, Spoiler!] Im letzten Augenblick der ersten Staffel erfährt Sydney, dass hinter vielen Verbrechen ihre für tot gehaltene Mutter steckt, die russische Agentin Irina Derevko. Die von Lena Olin mit klirrender Gefühlskälte und unglaublicher Präzision gespielte Mutter Sydneys wurde vor ihrer Geburt auf Jack Bristow angesetzt, um so Zugang zu CIA-Informationen zu erhalten. Doch Derevko wird enttarnt, als Sydney sieben Jahre alt ist und täuscht ihren Tod vor. Jack erzählt seiner Tochter nicht die Wahrheit über ihre Mutter, sodass diese umso ge-troffener ist, als Irina Derevko sich plötzlich der CIA stellt und verhaften lässt, um ihr umfassendes Wissen über die Geheimdienstunterwelt zu teilen.



Aus diesem komplexen Beziehungsnetz entwickeln sich eine dramaturgisch äußerst anspruchsvolle Aufarbeitung der Familiengeschichte und der Versuch, eine neue Art des Miteinanders zu finden. Besonders beeindruckend sind die ersten Folgen der zweiten Staffel, in denen die verhaftete Irina Derevko in einer Zelle gefangen gehalten wird und Mutter und Tochter getrennt durch eine Glasscheibe versuchen, die Vergangenheit und den noch immer für Sydney unfassbaren Verrat an ihr und ihrem Vater zu artikulieren.



Immer wieder schafft es die Serie im alltäglichen Agentenleben mit Verrat, Kampf, Hinterhalten, Diebstählen und Stunts solche ruhigen Momente einzufangen und Irina, Sydney und Jack als eine Art moderne Patchworkfamilie zu inszenieren, die trotz aller Wendungen und Enttäuschungen in den entscheidenden Augenblicken immer wieder zu sich findet.

Im Übrigen ist Alias für das Gebiet der Gender-Forschung mit Sicherheit nicht uninteressant: Während im Verlauf der Serie fast immer Männer die Entscheidungsträger in dunklen Anzügen in Machtpositionen mimen, werden sie letztlich doch immer wieder von Frauen übertrumpft bzw. ausgespielt, ohne dass diese dafür ihre Weiblichkeit opfern müssten.



Neben den schon angesprochenen Victor Garber und Lena Olin (falls das noch nicht deutlich genug war: Geniale Auftritte!) glänzt Alias mit vielen interessanten Gastauftritten z.B. von David Carradine, Roger Moore, Quentin Tarantino, Isabella Rosselini, Amy Irving, Faye Dunaway, Rutger Hauer, Ethan Hawke, Christian Slater und David Cronenberg.

Demnächst: Weitere Familiengeschichten in Gossip Girl.

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Mittwoch, 8. Juli 2009
Double Feature: Charlotte & Emily


Die schlimmste Nachwirkung der Schulzeit ist wohl die unglaubliche Fähigkeit von Deutsch-, Englisch- und Französischlehrern, jegliche Lust auf „klassische“ Texte zu vermiesen. Mir haben meine Deutschlehrer erfolgreich Max Frisch und beinahe sogar Goethe unmöglich gemacht. Auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass man selbst die größten Werke der Literaturgeschichte zerreden kann. Ich habe ein ganzes Jahr auf den noch nicht gelesenen Werther gestarrt, bevor ich es endlich übers Herz brachte, die erste Seite zu lesen und ein paar Stunden später überrascht und mitgenommen das Buch fertig gelesen zur Seite legte.

Wesentlich perfider waren allerdings meine Englischlehrer: Anstatt uns zumindest mit ein paar Romanen der englischen Literatur bekannt zu machen, wurden bis auf Shakespeare alle Autoren ignoriert und als für uns nicht verständlich abgestempelt. Zufällig stolperte ich im Kino über Pride & Prejudice (zugegebenermaßen vor allem wegen Keira Knightley) und hatte zwei Wochen später meinen ersten Jane Austen-Roman verschlungen. Spätestens da war die lehrerverursachte Literaturkanon-Phobie überwunden. Dieses Jahr habe ich nacheinander die beiden bekanntesten Werke der englischen Schwestern Emily und Charlotte Brontë gelesen, Wuthering Heights und Jane Eyre.

Wuthering Heights ist ein düsterer, wortgewaltiger Roman, der sich um die grausamen und unausweichlich tragischen Verwicklungen zwischen drei Familien dreht, ausgehend von der unerfüllten Liebe Heathcliffs und Cathys. Bis jetzt ist mir noch kein derartig finsterer und letztlich unbarmherziger Romanheld untergekommen wie Heathcliff, der sich selbst und alle Menschen um ihn ins Unglück stürzt.

Charlotte Brontës Stil ist weniger dramatisch, vielmehr betrachtet ihre Erzählerin Jane Eyre die Welt mit beobachtenden und sehr wohlmeinenden Augen. Jane ist eine Waise, die nach einer harten Kindheit als Gouvernante eine Anstellung in einem alten Schloss beim unheimlichen Mr. Rochester erhält. Zwischen beiden entwickelt sich eine von ironischen Streitgesprächen mit exakten Pointen geprägte Beziehung, die Jane Eyre durch eine überraschende Wendung an den Rand des Wahnsinns treibt.

Beide Romane kann ich sehr ans Herz legen, wobei Jane Eyre für Einsteiger in die englische Literatur des 19. Jahrhunderts das zugänglichere Werk ist.

Wer Wuthering Heights gelesen hat, kommt natürlich nicht um den gleichnamigen Song Kate Bushs herum:

I'm coming back, love,
Cruel Heathcliff, my one dream,
My only master.

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Freitag, 26. Juni 2009
Danke, Michael!
Was auch immer Michael Jackson wirklich für ein Mensch war - urteilen darüber kann man aufgrund von Presseberichten bestimmt nicht - so steht eins doch fest: Wenn er Elvis im Paradies begegnen sollte, kann er ihm erhobenen Hauptes gegenüber treten. Danke, Michael, für ein paar unsterbliche Songs!

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Donnerstag, 25. Juni 2009
i used to live with music.








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Montag, 22. Juni 2009
Flimmertraum


Bill Callahan - Sometimes I Wish We Were An Eagle

Ein nicht mehr ganz geheimer Geheimtipp, seit Callahans zweites unter seinem Namen veröffentlichtes Album als Platte des Monats zurecht im Rolling Stone gefeiert wurde.

Callahans Songs versetzen den Hörer auf eine Veranda im nicht mehr ganz wilden Westen mit Blick auf die grasenden Pferde des Albumcovers. Die Hitze flirrt und flimmert in der Ferne und Callahan brummelt vor sich hin: "And when the wind just dies..." Wenn die CD erst einmal läuft, fällt es schwer, noch etwas anderes zu tun. Genau wie ein heißer Sommertag lässt Sometimes I Wish We Were An Eagle den Zuhörer auf keinen anderen Gedanken kommen, als sich hinzusetzen und einfach ohne Anstrengung in den Tag zu leben.

Im Gegensatz zum letzten Album Woke on a Whaleheart ertrinkt Callahans Stimme dieses Mal nicht in zu üppigen Arrangements: Sparsam instrumentiert wickeln die Songs gemeinsam mit dem Gesang um den Finger. Und tatsächlich grummelt und murmelt Bill Callahan nicht mehr nur, sondern singt tatsächlich. Sehr hübsch sogar, wie man spätestens bei "Eid Ma Clack Shaw" merkt, dem zugleich besten Song des Albums. Callahan erzählt, wie ihm nachts nicht nur seine davon gelaufene Freundin im Halbschlaf begegnet, sondern er sich kurz darauf auch noch den perfekten Song erträumt, den er schlaftrunken auf einen Zettel kritzelt. Am nächsten Morgen klingt das Geschriebene für ihn so rätselhaft und unentzifferbar, wie dieses Album für mich zauberhaft klingt, ein Flimmern vom perfekten Traum.

Kaufen und Kauderwelsch mitsingen, Eid Ma Clack Shaw!


Bill Callahan hat übrigens als Smog schon ein paar Alben veröffentlicht, durch die ich mich im Moment höre. Mehr dazu: später!

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Montag, 22. Juni 2009
test.
Nach endlosem, beinahe überfordertem Herumprobieren am Outfit der Seite geht mein Blog jetzt in die Testphase. Wenn er und vor allem ich die überstehen sollte, könnt ihr hier in Zukunft Texte und Meinungen über - wie oben ja zu sehen ist - Filme, Musik, Bücher und eben Allerlei lesen. Und weil "Allerlei" ein schönes Wort ist, fangen wir auch damit an.

Allerlei schöne Grüße!

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