Samstag, 6. Februar 2010
Deutschland, deine Casting-Shows...
tontraegerhoerer, 13:26h
Was wurde nicht schon Alles gecastet in Deutschland: Popstars, Superstars, Topmodels, Schwiegertöchter, Bauernfrauen, Schauspieler und Nachwuchspolitiker. All diese Formate haben dabei vergessen, einen Kandidaten mitzucasten: Die Qualität. Das zu ändern hat Stefan Raab, der neue alte Held von Pro7/ARD, versucht.
Es mutet wie eine absichtlich herbeigeführte Versuchsreihe an: Seit letztem Dienstag wird unser Star für Oslo ermittelt, mittwochs sucht Deutschland den Superstar und donnerstags werden die Reste von Heidi Klums Germany’s Next Topmodel verwertet in der Model-WG. Das schreit geradezu nach einem Vergleich.
Peyman Amin, der Moderator, Dominator und Inquisitor der Model-WG, ist angeblich ein guter Model-Scout und –Agent. Wenn man diese Behauptung so hinnimmt, wie sie der freundliche Pro7-Sprecher aus dem Off aufstellt, zeichnet sich Amin nur durch ein anderes, großes Manko aus. Als Chef der Show kennt er nur zwei Äußerungsformen: Vorwürfe und uneingeschränktes Lob, wobei erstere weitestgehend vorherrschen.
Natürlich gehören kindische Regeln zu solchen Formaten der Sensationsgierbefriedigung, doch beerdigt man mit ihnen gleichzeitig die Qualität. Wenn für die Zuschauer interessanter zu sein scheint, wie sich die „Models“ beim Küche Putzen oder Sport rumschlagen, Begegnungen mit echten Modelagenturchefs jedoch in kürzester Zeit abgehandelt werden, könnte man aus der Model-WG genauso gut eine Popstars-WG machen, die ja sonst zur gleichen Zeit streiten und heulen dürfen.
Von der Modewelt erfährt man hier wenig, von der sozialen bzw. asozialen Dynamik in einer reinen, perfide zusammengestellten Mädchen-WG dafür umso mehr. Mehr als man wissen will. Nicht umsonst lädt die eigene Model-WG-Community mit folgender Zeile zur Teilnahme ein: „Du möchtest mit anderen Model-WG-Fans reden und lästern?“
Wie angenehm dagegen, dass Deutschland sucht den Superstar (DSDS) dagegen das Privatleben der Castingteilnehmer meistens außen vor lässt. Damit wären auch schon alle positiven Aspekte dieser oftmals menschenverachtenden Sendung erwähnt.
DSDS zeigt die hässliche Fratze der Quotenmaximierung durch moralfreie Behandlung nicht in Dieter Bohlens Sprüchen, die nur noch selten die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Wesentlich bedenklicher sind die nachträglichen Einspielungen von Grafiken und Tönen, die das sozial auffällige Verhalten einiger Castingabsolventen in beleidigender und würdeloser Weise untermalen und verstärken.
Natürlich gibt es Menschen, die sich peinlich verhalten und die – warum auch immer - bereit sind, sich vor einem Millionenpublikum freiwillig zu blamieren. Ob ein Sender wie RTL das allerdings derart ausbeuten muss, halte ich für äußerst fragwürdig.
Natürlich muss man dieses Format als zeittypisches betrachten, schließlich interessiert die meisten Menschen auch nicht, welche schauspielerischen bzw. musikalischen Talente Lindsay Lohan, Amy Winehouse oder Britney Spears haben. Und so erfährt man selbst in den Recalls von DSDS mehr über vergessene Texte, eventuelle Affären und durchfeierte Nächte als über Musik. Ab und zu gibt es übrigens auch die ein oder andere gute Stimme, die Lieder recht ordentlich nachsingen kann. Mit Musik hat das allerdings immer noch sehr wenig zu tun.
Und dann kommt er. Stefan Raab hat keine grandiose Stimme und sieht wahrlich nicht wie ein Superstar aus. Doch dieser Mann hat oft genug bewiesen, dass er nicht nur ein grandioser Entertainer ist, der schon oft abgeschrieben wurde und immer wieder aufs Neue überzeugte – man denke nur an Schlag den Raab. Raab ist auch, und vielleicht sogar von Herzen vor allem Musiker. Und auch er beteiligt sich ein weiteres Mal am Geschäft der Casting-Shows.
Unser Star für Oslo, die Sendung, in der der deutsche Teilnehmer für den Eurovision Song Contest (ehemals der Eurovision de la chanson) ermittelt werden soll, ist die erste Kooperation zwischen einem Privat- und einem öffentlich-rechtlichen Sender. Dadurch schon ein Experiment an sich, legte Raab die Latte vorab noch höher, ein qualitativ hochwertiges Format solle diese Show sein.
Doch zuerst stellte sich Ernüchterung ein. In seiner Latenight-Show TV Total wurden die Teilnehmer an den Castings genauso vorgeführt wie man es aus allen anderen Formaten auch kennt: Die vorgeblich witzigsten, also peinlichsten Auftritte wurden breit getreten. Umso größer war dann jedoch die Überraschung bei der Präsentation der ersten zehn von zwanzig Kandidaten für die Finalrunden.
Tatsächlich war es Raab gelungen, eine abwechslungsreiche, talentierte und vor allem individuelle Gruppe von jungen Sängerinnen und Sängern zusammenzustellen. Die beherrschten Bühne und Band nicht in vorher ausgeklügelten Choreographien sondern auf natürliche Art und Weise. Auch die ausgewählten Songs entsprachen nicht den gängigen Hit-Rezepten und Zeitzwängen: Weniger erfolgreiche Songs von Robbie Williams und Michael Bublé sowie neue Versionen von Klassikern wie Hotel California beeindruckten durch einen wirklich feststellbaren eigenen Stil der Interpreten.
Zum ersten Mal musste man als Zuschauer aufmerken, als die an ein braves, blondes Blumenmädchen mit Flechtfrisur erinnernde Kerstin Freking den Hit der Düsterrocker Evanescence My Immortal zum Besten gab.
Endgültig beeindruckte aber der Auftritt der 18jährigen und damit jüngsten Teilnehmerin Lena Meyer-Landrut. Ihre Darbietung von Adeles My Same hinterließ eine sprachlose Jury, ein begeistertes Publikum und veranlasste sogar den SZ-Fernsehkritiker Hans Hoff zu ungewohnten Jubelarien, der Lena schon als Gewinnerin der Sendung ausmachte.
Lena Meyer-Landrut - Unser Star für Oslo von Clipfish
All die Eigenschaften, die man sich in allen anderen Sendungen immer von den Kandidaten wünscht und nie bekommt wie Unangepasstheit, Einzigartigkeit und Frische zeigt Lena in wenigen Minuten und freut sich dann auch noch „hart“.
Mit ihr und auch den anderen Teilnehmern hat Stefan Raab es tatsächlich geschafft, das Format der Casting-Shows in Deutschland auf ein neues Niveau zu heben. Es wurde Zeit…
Unbedingt gucken: Unser Star für Oslo, nächsten Dienstag um 20:15 Uhr auf Pro7.
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Mittwoch, 3. Februar 2010
Weihnachten und Ostern: Musik im Januar
tontraegerhoerer, 17:52h
Als würden Weihnachten und Ostern in einen Monat fallen: Der Januar hat voll zugeschlagen und ein verspätetes Feuerwerk an erwähnenswerten bis herausragenden Alben gezündet.
Beginnen wir mit der Abteilung „kräftiges Austeilen“: Die erste Single des neuen Tocotronic-Albums ist der mit Abstand schlechteste Song der mir bekannten Bandvergangenheit.
Ein stumpfer Beat bleibt – selbst wenn er ironisch gemeint ist – ein stumpfer Beat. Am witzigen, seichtpoppigen Erdmöbel-Coveralbum no. 1 hits kann man das exzellent nachvollziehen: Wem bitteschön geht die Hälfte der Songs nach fünfmaligem Hören nicht auf den Nerv? Und genauso ist es mit Tocotronics Macht es nicht selbst. Das ist nicht eingängig sondern eintönig à la Die Toten Hosen. Deshalb habe ich dem neuen Tocotronic-Album mit Argwohn entgegen geblickt – völlig unnötig.

Schall und Wahn ist das beste Album der Band seit dem selbstbetitelten „weißen Album“ aus dem Jahr 2002.
Nach dem eher punkrockigen, rückwärtsgewandten Kapitulation (2007) greifen die Herren um Dirk von Lowtzow tief in die Innovationskiste und fördern mehrstimmige Refrains, Streicher und – endlich wieder – lange, unaufgeregte Gitarrenpassagen zutage.
Und überhaupt ist das Album ruhiger geworden. Der wundervoll geraunte Opener Eure Liebe tötet mich und Das Blut an meinen Händen weisen den Weg, doch nichts reicht an den Folk(!)-Song Im Zweifel für den Zweifel heran. In viereinhalb Minuten erfinden sich Tocotronic neu, geben einen Ausblick auf künftige Perspektiven und sind so anrührend wie noch nie:
Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform
Im Zweifel für die Bitterkeit
Und meine heißen Tränen
Ganz ohne Zweifel agieren dagegen Get Well Soon. Vexations soll ein ganz großer Wurf sein: Grandezza allenthalben, pompös bis zum geht nicht mehr und dabei – leider – völlig humorfrei. Das ist ganz nett, kommt aber bei der sehr ausgedehnten Länge des Albums mit zu wenig wirklich großartigen Songs daher. Wer Morricone-Trommeln, -Chöre und –Trompeten hervorholt, sollte Sergio Leone heißen oder lieber die Finger davon lassen.

Das kann Get Well Soon-Chef Konstantin Gropper besser als hier, deshalb sollte man lieber zum Debüt Rest now, weary head, you will get well soon greifen.
Damit wäre mal wieder deutlich geworden, wie schwierig das zweite Album sein kann, wenn das erste zum Meisterwerk ausgerufen wurde. Mit dieser Bürde haben auch Vampire Weekend zu kämpfen, die sich nicht für größer, breiter, ambitionierter entschieden haben sondern für verrückter.

Die erste Single Cousins ist ein Gitarrenwahnsinn, der auch die ruhigsten Trantüten in ADS-gefährdete Zappelphillips (Phillipe?) verwandelt. Allein um zu schauen, ob sie das live auch so zackig hinkriegen, müsste man zum nächsten Konzert gehen.
Contra ist im Vergleich zum Vorgänger variantenreicher, dafür aber auch zerfahrener. Eine wandelnde Ohrwurmgefahr sind Vampire Weekend aber immer noch, wie Tracks wie Horchata oder Run schnell beweisen. Contra ist keine Platte des Jahres, aber ein Spaß, den man nicht missen sollte.
Platten des Jahres produzieren die Tindersticks seit zehn Jahren nicht mehr, doch das ist nicht unbedingt ein Makel. Nach den elegischen, durchdesignten ersten drei Alben wird Stuart A. Staples immer mehr zum richtigen Songwriter, und darin liegt die neue Stärke der Band: Nicht mehr die Atmosphäre eines ganzen Albums macht den Zauber der Tindersticks aus sondern einzelne Songperlen, und das sind nicht mehr nur traurige Balladen sondern immer mehr – hüstel – Popsongs. Ja, richtig gehört.

Harmony around my table ist ein Beispiel dafür, mit geklatschtem Rhythmus und „Lalala“-Chören im Refrain. Das mag naiv oder gar abgedroschen klingen, ist es aber nicht. Denn die Tindersticks haben mittlerweile einen besonderen, Belle and Sebastian-ähnlichen Swing entwickelt, der die eigenen Füße unwillkürlich zum Wippen bringt. Das Gleiche gilt für die erste Single Black Smoke:
Auch die Experimentierlaune ist mit Falling down a mountain zurückgekehrt: Das Album wird mit dem ausgedehnten, jazzigen Titelsong eingeleitet und beendet mit einem an die Filmmusik-Erfahrungen der Tindersticks erinnernden Instrumental. Laut Stuart Staples hat die Band Lust auf mehr und gewagtere Entwicklungen, man kann also gespannt sein. Doch bis dahin: Falling down a mountain kaufen und hören!
Bevor man das jedoch macht, gibt es einen anderen Pflichtkauf: Das neue Midlake-Album The courage of others ist das perfekte Album für den Winter. Und den Frühling. Und den Herbst. Und – man kann es vielleicht erraten – auch für den Sommer. Was die Waldkäuze hier abliefern ist große Albumkunst, womit mal wieder ein Beispiel gegen die These, das Album stürbe aus, gefunden wäre.

Schon der erste Song Acts of man führt in eine längst vergangene Zauberwelt, in der sich nicht nur Fuchs und Hase eine gute Nacht wünschen. Zwei deutliche Veränderungen gibt es gegenüber dem Vorgänger The trials of Van Occupanther. Was Midlake mit ihren Gitarren anstellen, ist von einer Spielfreude geprägt, die einen immer wieder fesseln kann. Am meisten überrascht jedoch das daneben dominanteste und wohl untypischste Indie-Rock-Instrument: Die Querflöte. Sie hält nicht nur das ganze Album zusammen, sondern verleiht The courage of others auch einen eigenen, unver-wechselbaren Charakter.
Einzelne Songs herauszuheben lohnt sich eigentlich nicht, da das Album als Ganzes am besten funktioniert, doch sei an dieser Stelle besonders auf das Duett Bring down mit der amerikanischen Songwriterin Stephanie Dosen hingewiesen. Wen das nicht packt, den packt nichts.
Was kann nach so einem grandiosen Januar noch kommen? Klar, der Februar, und der wartet mit einer unerwarteten Nachricht auf:

Joanna Newsom ist zurück. Vier Jahre nach dem allseits zurecht gefeierten Ys kommt das neue Album Have one on me raus. Als 3 CD/LP-Box. Man höre und staune…
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Dienstag, 26. Januar 2010
Oh my God, it's Laura!
tontraegerhoerer, 21:41h

to be continued...
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Samstag, 23. Januar 2010
The owls are not what they seem.
tontraegerhoerer, 12:11h

to be continued...
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Dienstag, 19. Januar 2010
Der Popolski Show
tontraegerhoerer, 11:35h
Ein phänomenales Fernsehexperiment kehrt zurück für drei neue Folgen im WDR: Der Popolski Show.
Aus einer Plattenbausiedlung im polnischen Zabrze hacken sich die Popolskis in die Senderfrequenz des WDR ein und verbreiten so ihre Piratensendung, eine reine Familienproduktion.
Wem diese Familie noch nicht bekannt ist, muss nun sein gesamtes Wissen über die Musik der letzten 60 Jahre revidieren: Jegliche Form von Popmusik hat nicht etwa mit Elvis oder den Beatles begonnen, sondern im kleinen, polnischen Ort Zabrze, in dem der verstorbene Opa Piotr Popolski alle Hits der vergangenen Jahrzehnte erfunden hat, womit auch klar wäre, wieso Popmusik eben Pop(olski)musik heißt.
Doch leider wurde Opa Popolski von einem skrupellosen Schwarzmarkthändler um seine Hits gebracht, der diese weltweit den meistbietenden Produzenten verkauft hat, weswegen wir nun mit völlig verhunzten Versionen von eigentlich polnischen Klassikern wie We will rock you, Cheri Cheri Lady oder From Zabrze with love leben müssen.
Das ist die Ausgangssituation dieser skurrilen und äußerst amüsanten Sendung, die rund um den alten Hape Kerkeling-Sidekick Achim Hagemann entstanden ist. Wie die sehr große Familie Popolski in der sehr kleinen Plattenbauwohnung berühmte Gäste empfängt, auf kleinstem Raum mitreißende Versionen von Popklassikern spielt und nebenbei die eigene Familiengeschichte erzählt ist immer wieder witzig und sehr empfehlenswert. Unbedingt einschalten am nächsten Sonntag um 23:15 Uhr im WDR!
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Freitag, 15. Januar 2010
grey day
tontraegerhoerer, 20:25h
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Mittwoch, 13. Januar 2010
Crime Time:
Louise Penny – Denn alle tragen Schuld
Louise Penny – Denn alle tragen Schuld
tontraegerhoerer, 16:51h
Es ist Zeit für eine neue Reihe: tontraegerhoerer wird in den nächsten Wochen einige ausgewählte Werke der Kriminalliteratur besprechen, von stilbildenden Klassikern bis hin zu modernsten Thrillern. All diese Romane verbindet, dass sie innovativ, sprachlich überlegt und dennoch spannend sind, denn darum geht es schließlich, wenn man sich mit einem guten Krimi in den Sessel setzt.
Den Anfang macht das 2005 erschienene Denn alle tragen Schuld der kanadischen Autorin Louise Penny.
Das kleine Dorf Three Pines, das unweit von Québec nah an der amerikanischen Grenze liegt, wird von einem Mord erschüttert: Die allseits beliebte, pensionierte Lehrerin Jane Neal wird mit einem Pfeil erschossen. Chief Inspector Armand Gamache übernimmt den Fall und lüftet bald allerlei lang gehegte Geheimnisse des idyllischen Dorfs.

Es ist nicht der Mord an sich oder gar die Lösung des Falls, die Denn alle tragen Schuld zu einem interessanten Krimi machen. Vielmehr sind es die schrulligen Charaktere und der Handlungsort. Three Pines ist ein wahr gewordener Traum an ländlicher Aussteigeridylle, ein Ort, an dem Künstler, Dichter, Köche und Buchhändler ein ruhiges, ausgeglichenes Leben führen. Dass man vor lauter Harmonie nicht einschläft, liegt am geschliffenen Humor Louise Pennys und den Figuren: Ein schwules Bistro- und Hotelbesitzerpaar, eine stets missgelaunte und angriffslustige Poetin und ein sanfter, stets höflicher Ermittler sind nur ein Ausschnitt aus dem großen Ensemble interessanter Figuren in Three Pines.
Neben dem schon angesprochenen Humor sind es vor allem Pennys dezente, moralische Randbemerkungen, die dieses Buch zu einem unglaublich angenehmen Erlebnis werden lassen: Pennys Charaktere haben sich größtenteils völlig von den Zwängen des modernen (Großstadt-)Lebens wie Aussehen, Reichtum, Image usw. gelöst. Das führt zu einer Freilegung menschlicher Emotionen, und an diesem Punkt setzt Chief Inspector Gamache an, der die Haltung vertritt, dass jedem Mord eine lang unterdrückte, still auf den Ausbruch wartende Emotion zugrunde liegt.
Besonders spannend wird die Betrachtung der Gefühle der Figuren vor allem dadurch, dass der Roman immer wieder die Erzählperspektive wechselt und verschiedene Charaktere begleitet.
Denn alle tragen Schuld ist der perfekte Krimi für die Winterzeit, einerseits spannend bis zur letzten Seite und andererseits herzerwärmend.
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